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Der Kakapo - ein ganz besonderer Papagei Strigops habroptilus (Gray, 1845)

Unter den Papageienvögeln hat der Kakapo, auch Eulenpapagei genannt, schon immer eine Art Sonderstellung eingenommen. Diese Art ist zugleich der schwerste Papagei, einer der eigentümlichsten innerhalb dieser Ordnung und wahrscheinlich sogar der langlebigste Vogel überhaupt. In seiner Heimat Neuseeland war der Kakapo einst häufig, doch mit dem Einschleppen der ersten Raubtiere durch die Maoris vor rund 1000 Jahren dezimierte sich auch langsam die Zahl dieser Vögel, so dass die Spezies Kakapo heute am Rande der Ausrottung steht. Lange Zeit vorher hatte der Eulenpapagei kaum natürliche Feinde zu fürchten, seine Lebensräume blieben von menschlichen Eingriffen verschont und so hat dieser Vogel im Laufe der der Evolution als Reaktion auf eine zu starke Überpopulation ein äußerst kompliziertes Paarungsverhalten entwickelt.

Ich möchte mit diesem Bericht einen Blick in die Vergangenheit des Eulenpapageien werfen, auf seine Zukunftsaussichten hinweisen und auf einige Eigentümlichkeiten dieser sehr interessanten Vogelart eingehen. Vorweg möchte ich mich jedoch bei GRAEME ELLIOT bedanken, einem neuseeländischen Wissenschaftler, der in dem Kakapo National Team zur Rettung der Art tätig ist. GRAEME ELLIOT versorgte mich mit neuesten Informationen zu dem Projekt und lieferte auch das seltene Bildmaterial der lebenden Exemplare für diesen Bericht. Des Weiteren gilt mein Dank natürlich auch Frau Dr. SYLKE FRAHNERT aus dem Zoologischen Museum der Humboldt-Universität zu Berlin. Frau DR. FRAHNERT erlaubte mir zum wiederholten Maße die Balgsammlung des Museums zu sichten und die dort vorhandenen Sammlungsstücke des Kakapos zu studieren.

Aber beginnen wir zuerst mit einer Reise in die Vergangenheit. Nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft geht man davon aus, dass die Vorfahren der Kakapos vor einigen Millionen Jahren erstmals auf Neuseeland auftauchten; diese Vögel sollen kleiner als die Kakapos gewesen sein und verfügten zu diesem Zeitpunkt noch über ihr Flugvermögen. Aufgrund fehlender Feinde und der auch damit verbundenen Anpassung an ihren Lebensraum wurden die Kakapos zunehmend größer sowie schwerer und verloren nach und nach ihre Flugfähigkeit. Säugetiere bevölkerten Neuseeland zu dieser Zeit kaum; nur 3 Fledermausarten waren auf den Inseln heimisch. Als vornehmlich bodenbewohnende Vögel entwickelten diese Papageien eine Lebensstrategie, die ihnen über viele Jahrhunderte das Überleben sicherte. Wissenschaftler gehen heutzutage davon aus, dass noch Millionen Kakapos Neuseeland bevölkerten, als die ersten Menschen sich auf diesen Landstrichen ansiedelten.

Begeben wir uns aber jetzt in das Jahr 1882. In Neuseeland sind erst einige Jahrzehnte zuvor die ersten Europäer heimisch geworden und haben neben ihren Lebensgewohnheiten auch einige ihrer Haustierarten mit auf die Inseln gebracht. Viele interessante Neuigkeiten gab es für die siedelnden Menschen in dieser Gegend am anderen Ende der Welt zu entdecken; gleichfalls gab es mit dieser Besiedelung aber auch einige Neuigkeiten für die in Neuseeland heimische Tierwelt zu erfahren. Neue Feinde, die dort bis dahin unbekannt waren, breiteten sich aus und übten einen riesigen Selektionsdruck, unter anderem auch auf die Eulenpapageien, aus. Ratten, Katzen, Marder, Wiesel, Hermeline, Füchse, Frettchen, Fuchskusus und auch verwilderte Hunde wurden neben der beginnenden Lebensraumzerstörung zur ernsthaften Bedrohung für die flugunfähigen Kakapos.

Interessante Berichte von Neusellandreisenden der damaligen Zeit sind aus der älteren Literatur zu entnehmen und dienen diesem Artikel unter anderem als Informationsquelle.
Ab 1840 begannen Europäer große Flächen Neuseelands für Land- und Weidewirtschaft urbar zu machen. Zu dieser Zeit hatte wohl kein Europäer bewusst für die Existenz der Kakapos interessiert. Bekannt wurde diese Papageienart bei den Europäern nicht durch lebende Exemplare sondern erste Rückschlüsse auf die Existenz des „Tarapo“, wie die einheimischen Maoris die Art nannten, erhielten die Einwanderer durch Federn und getrockneten „Köpfen“ dieser Vögel, die den Ureinwohner Neuseelands als Ohrschmuck dienten. Die Maoris fertigten sich aus den Federn und Häuten auch Capes. Das Habitat und die Lebensweise des Eulenpapageis ließen diese Unkenntnis bei den Europäern auch lange Zeit anhalten. Erst im Jahr 1845 gelangte der erste Balg nach Europa. In den darauffolgenden Jahren wurden jedoch einige neue Erkenntnisse über die Lebensweise dieser Papageienart in Erfahrung gebracht, aber auch gleichzeitig erahnt, dass dem Kakapo ein ähnliches Schicksal wie der Dronte (Didus ineptus) zuteilwerden könnte und er kurz vor seiner Ausrottung steht.

Um 1880 war der Eulenpapagei noch auf beiden Hauptinseln Neuseelands anzutreffen; auf der Nordinsel war die Art schon sehr selten und auf der Südinsel wurde der Kakapo nur noch in den entlegenen Alpentälern angetroffen. Durch die Rodungsaktivitäten der Maoris und durch sie eingeführte Hunde und polynesische Ratten sind die Kakapos allerdings schon vor dem Eintreffen der ersten Europäer auf Neuseeland in einigen Landesteilen ausgerottet worden. Eulenpapageien dienten den Maoris und den Europäern lange Zeit als Nahrung; mit den Kakapos wurden sogar die Hunde gefüttert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde jedoch aus wissenschaftlicher Sicht die Kuriosität und Rarität der Eulenpapageien erkannt. Dies hatte aber leider zur Folge, dass in der nachfolgenden Zeit Hunderte Kakapos zu wissenschaftlichen Zwecken gefangen wurden, um die Sammlungen der naturhistorischen Museen und auch privater Sammler zu vervollständigen. Zudem wurden viele Kakapos lebend gefangen, um sie in die zoologischen Gärten der Europäer zu bringen. Die Überlebenschancen dieser Vögel waren bereits auf dem Transport gleich Null und alle starben innerhalb kürzester Zeit. Die Bestände nahmen somit weiterhin stetig ab, so soll es aber nach Angaben einiger Forscher im Jahr 1880 dennoch Landstriche gegeben haben, in denen dieser Papagei eine gute Chance zum Überleben hatte. DR. JULIUS HAAST gab beispielsweise an, „daß es noch tausende von Geviertmeilen unbewohnten Landes gibt, welche für Jahrhunderte hin außer für den Forscher unbetreten bleiben werden, und in denen der merkwürdige Vogel noch für lange Zeit ungestört sein Wesen forttreiben kann. Die Hoffnungen für das Fortbestehen der Art werden umso größer, wenn wir bedenken, daß der Kakapo vom Ufer des Meeres an bis in eine Höhe von sechszehnhundert Meter über dasselbe vorkommt. Sollte er also selbst in den niedrig gelegenen Strecken ausgerottet oder vertrieben werden, so bieten ihm die oft nur mit den größten Schwierigkeiten zu erreichenden Gebirgshöhen sicheren Aufenthalt.“

Nach Angaben anderer Forscher dieser Zeit konnte man die Kakapos in den Fjordlandschaften noch in beträchtlicher Anzahl begegnen. Besonders in den Tälern dieser Gebiete und dann auch noch in Flussnähe hielten sich die Eulenpapageien vornehmlich auf. Bevorzugte Habitate waren Waldungen, die einigermaßen frei von Farnkraut und Unterholz waren. Leider ging die Hoffnung von DR. HAAST nicht in Erfüllung und der Eulenpapagei wurde einige Jahre später zu einem der seltensten Papageien auf der Erde.

LYALL, einem anderen Forscher der damaligen Zeit, fiel besonders eine Eigenart der Kakapos auf: „An solchen Orten konnte man seine Spuren bemerken. Sie sind ungefähr dreißig Centimeter weit, regelmäßig niedergedrückt bis zum Rande, welcher fünf bis sieben Centimeter tief in das Moos hineinreicht und kreuzen einander gewöhnlich in rechten Winkeln. Dabei sind sie so eigenthümlich, daß sie denen, welche von Menschen herrühren, oft täuschend ähneln, und anfänglich glaubten wir wirklich, es müßten Eingeborene in der Nähe gewesen sein.“

Heute weiß man, dass diese Gänge den männlichen Eulenpapageien dazu dienen ihre Balzaktivitäten durchzuführen. Dieses Gängesystem, auch „Track and Bowl systems“ genannt, besteht allgemein aus Pfaden und Kuhlen; die Kuhlen besitzen einen Durchmesser von 30 bis 60 Zentimeter und eine Tiefe von ungefähr 5 bis 20 Zentimeter und dienen den Männchen dazu ihre seltsamen Balzrufe von sich zu geben. Diese individuellen Balzplätze sind Bestandteile einer Balzarena, in denen mehrere Männchen sich zur Fortpflanzungsperiode zusammenfinden; diese Balzplätze sind etwa 50 Meter voneinander entfernt. Gern werden diese Plätze von den Männchen in der Nähe von Felsen, Erdhängen oder größeren Baumständen eingerichtet, da von diesen Stellen aus der eigentümliche Balzruf der Männchen besser reflektiert wird. Jahr für Jahr werden diese Gängesysteme von den Männchen wiederholt zur Balz genutzt, die Weibchen verlassen zur Kopulation ihre Reviere, begeben sich dazu in das „Track and Bowl system“ zu den Männchen und anschließend wieder in ihre Reviere, in denen sich ihre Bruthöhlen zwischen Steinen und Wurzeln befinden. Dieses Balzplätze und auch die Pfade werden von den Männchen peinlichst von Zweigen und Blättern befreit. Nach Auskunft von GRAEME ELLIOT nutzten die Wissenschaftler des Kakapo National Teams in der Vergangenheit diese Angewohnheit, um herauszufinden ob der individuelle Balzplatz noch aktiv ist. Zu diesem Zweck wurden Zweige in den Balzplatz gelegt, die bei aktiven Balzplätzen stets von den Männchen beräumt wurden.

Früher war man auch der Ansicht, dass der Kakapo in Höhlen unter den Wurzeln der Bäume lebte und sich diese durch eigenes Graben teilweise sogar selbst anlegte. DR. HAAST teilte folgendes mit: „Am nördlichen, durch Auswaschungen der Ablagerungen zwei bis drei Meter hohen Ufer des Haastflusses nächst der Mündung des Clark waren nahe unter der Oberfläche mehrere runde Löcher, durch welche der Hund nicht eindringen konnte. Alsbald schnüffelte er an der Oberfläche und begann an einer Stelle den Boden aufzukratzen, wo er gerade das Ende der Höhle traf und auch bald den Vogel hervorzog. Diese Höhle war bestimmt künstlich gebildet, so daß es wohl glaublich ist, der Vogel besitze die Fähigkeit zu graben.“ Häufig hatten derartige Höhlen zwei Öffnungen.

Zur damaligen Zeit ging man davon aus, dass der Eulenpapagei ein nachtaktiver Vogel sei und man ihn nur zu Gesicht bekam, wenn man ihn mithilfe von Hunden aus seiner Höhle trieb. LYALL bemerkte hierzu: „Vor Einführung der Hunde, als der Vogel noch häufig war in den bewohnten Theilen der Inseln, pflegten ihn die Eingeborenen bei Nacht mit Fackeln zu fangen. Gegenwärtig ist eine Rasse halbwilder Hunde, welche in den nördlichen Gegenden dieser Insel haust, dem Kakapo beständig auf den Fersen und er dort beinahe ganz ausgerottet. Man sagt, daß die Verbreitung dieser Hunde zunächst noch durch einen Fluß begrenzt sei, und daß die gänzliche Ausrottung des Vogels zu fürchten stehe, wenn es ersteren gelänge, den Fluß zu überschreiten; denn obgleich er Krallen und Schnabel sehr empfindlich zu gebrauchen weiß und erheblichen Widerstand leistet, muß er seinen vierfüßigen Feinden doch erliegen und ihm da, wo diese sich finden, früher oder später das Schicksal der Dronte werden.“ DR. HAAST machte eine ähnliche Mitteilung: „Die Maoris versicherten mich der Kakapo sei ein sehr tapferer Vogel, welcher mit den Hunden öfter mit Erfolg kämpfe; allein dies ist nicht zu glauben, falls man nicht annehmen will, daß ihre Hunde sehr schwach gewesen seien; denn bei meinem gab es nie einen ernsthaften Kampf. Anfangs wurde der Hund allerdings von Schnabel und Klauen des Vogel arg mitgenommen; doch lernte er bald, sein Wild rasch zu bewältigen, indem er es immer gleich durch den Schädel biß.“

Die nachtaktive Lebensweise der Kakapos wurde aber bald infrage gestellt, nachdem DR. HAAST einmal einen am Tage fressenden Eulenpapageien wahrnahm, der sich äußerst vorsichtig bewegte; jedoch von seinem Hund gefangen wurde. Verblüffender war für ihn jedoch die weitere Beobachtung eines Kakapos am Tage. Dieser Papagei hielt sich auf einem Fuchsienbaum etwa drei Meter über dem Erdboden auf und fraß dort Beeren. Nachdem der Vogel die herannahenden Menschen bemerkte ließ er sich, ohne auch nur ansatzweise seine Flügel für einen Flugversuch zu gebrauchen, zu Boden fallen und rettete sich schnell laufend unter die in der Nähe befindlichen größeren Felsblöcke. Nach dieser Beobachtung entschloss DR. HAAST sich zu einem Versuch. Ein unversehrt gefangener Eulenpapagei wurde auf einem freien Platz wieder in die Freiheit entlassen. Um so schnell wie möglich das rettende Dickicht zu erreichen bewegte sich der Kakapo nicht fliegend fort sondern lief sehr schnell davon. Die Flügel blieben dabei enganliegend am Körper und in seinen Laufbewegungen ähnelte der Papagei eher einem Hühnervogel. LYALL will seinerzeit den Kakapo aber von höheren Bäumen über kürzere Strecken haben fliegen sehen; allerdings auch nur dann, wenn er keinen Ausweg mehr wusste. Eine Flügelbewegung war zwar vorhanden, konnte aber kaum wahrgenommen werden.

Interessant ist auch die Mitteilung über eine Auskunft der Maoris zu den Lautäußerungen der Kakapos. Der Lärm, welchen die Vögel verursachen, soll mitunter betäubend gewesen sein. Besonders in den Wintermonaten, in denen sich die Eulenpapageien zu größeren Gesellschaften zusammengefunden und sich beim Zusammentreffen sowie auch beim Auseinandergehen lebhaft begrüßt haben.

Magenuntersuchungen von damals gefangen Kakapos ließen bereits zu dieser Zeit einige Rückschlüsse auf die Nahrungsgewohnheiten dieser Tiere zu. So wurden als Inhalte der Mägen Wurzel- und Blattteile sowie Sprösslinge verschiedener Pflanzenarten festgestellt. Aber auch Moos und vereinzelt Beeren wurden als Inhalt des Verdauungstraktes ermittelt.

Ich berichtete bereits über die verwilderten Haustiere, erwähnte aber auch die Ratten und den Fuchskusus als Feinde des Kakapos. Zur Dezimierung des Eulenpapageien trugen aber nicht nur diese Lebewesen bei; auch die Maoris hatten diesbezüglich einen gewissen Anteil. Dem Fleisch der Kakapos wurde ein ausgezeichneter Geschmack nachgesagt und die „alten Maoris“ der Westküste schmatzten bereits mit den Lippen, wenn man nur von diesem Papagei sprach.

Über die Vermehrung der Eulenpapageien war damals bekannt, dass sich das Gelege aus ein bis zwei Eiern zusammensetzt und sich zumeist ein Altvogel bei dem oder die Jungvögel in der Höhle befanden. Ein eigentliches Nest wurde durch diese Art nach Angaben früherer Forscher nicht errichtet; als Gelegeunterlage diente lediglich eine Schicht zusammengescharrtes, vermodertes Holz. Einige Neuseelandreisende nahmen sich in den Nestern gefundene Jungvögel des Kakapo mit an Bord ihrer Schiffe und versuchten diese großzuziehen. Einige Tiere starben bereits nach wenigen Tagen, andere überlebten wiederum einen oder sogar mehrere Monate. Häufig kam es zu Missbildungen an den Beinen der Vögel, die offensichtlich aufgrund der der Haltung in sehr engen Käfigen zustande kamen. Als Nahrung bekamen derart untergebrachte Eulenpapageien eingeweichtes Brot und gekochte Kartoffeln angeboten.

LYALL berichtete von einem Kakapo, den er bis auf sechshundert englische Meilen der britischen Küste nahebrachte. Dieser fraß während eines Aufenthalts in Sidney die Blätter einer Banksie und mehrerer Eukalyptenarten, er schien aber auch Nüsse und Mandeln zu mögen, und lebte während der letzten Hälfte der Heimfahrt fast ausschließlich von brasilianischen Erdnüssen. Von diesem Eulenpapagei wurde weiterhin berichtet, dass er zu unterschiedlichen Zeiten von Krämpfen befallen wurde und dann auch wieder einige Tage keine Nahrung zu sich nahm. Offensichtlich ist dies auf die nicht artgerechte Ernährung zurückzuführen. Er schien allerdings sehr zutraulich geworden zu sein und wurde mehrmals frei auf dem Deck des Schiffes laufen gelassen. Durch einen unglücklichen Zufall kam dieser Vogel aber letztendlich zu Tode.

Ein anderer Eulenpapagei von diesem Schiff überstand den Transport bis zum europäischen Festland. Dieses Exemplar durfte frei im Garten umherlaufen und zeigte eine große Zuneigung für die Gesellschaft von Kindern. Der Vogel folgte ihnen wie ein Hund auf Schritt und Tritt. Die Zuneigung von in Menschenobhut befindlichen Eulenpapageien wird auch von anderen Stellen berichtet. Von GREY wurde erwähnt, dass der Kakapo ein „gutmüthiger und kluger Vogel“ sei. Nach Meinung von GREY würde der Eulenpapagei von allen Vögeln den besseren Gesellschafter abgeben, wäre da nicht der viele Schmutz den diese Papageien produzieren. Auch von SALE, der den ersten Kakapo im Jahr 1870 mit nach England brachte, wird berichtet, dass diese Papageienart ein außergewöhnliches Spielverhalten an den Tag legt. In Menschenobhut waren die damals beschriebenen Eulenpapageien auch während der Tageszeit aktiv; lebhafter jedoch in der Nacht.

Zwischen 1870 und 1875 gelangten insgesamt sechs Kakapos in den Zoo London, die allerdings nicht sehr lange am Leben erhalten werden konnten. Im Jahr 1911 kam der letzte Vogel dieser Art nach England, wo er auch 1915 verstarb.

Soviel zu den Berichten aus der Vergangenheit. Die meisten Erkenntnisse aus der vergangenen Zeit haben sich bestätigt. Der Eulenpapagei ist heute als vornehmlich nachtaktiver Bodenvogel bekannt, der sich infolge seiner Evolution so dem Leben auf dem Erdboden angepasst hat, dass er sein Flugvermögen, bis auf eine Art Gleitflug von Bäumen, völlig eingebüsst hat. Dieses verminderte Flugvermögen ist ihm letztendlich auch zum Verhängnis geworden, so dass heute nur noch sehr wenige Tiere im Rahmen eines Arterhaltungsprojektes auf Codfish-Island, einer 123 km² großen Insel im Süden Neuseelands, leben. Aber auf dieses Projekt komme ich zu einem späteren Zeitpunkt noch zurück. Vorher möchte ich noch auf einige interessante Dinge bei der Spezies Strigops habroptilus hinweisen.

Es handelt sich bei diesen Papageien um sehr gute Kletterer, die mithilfe ihres Schnabels und den Schwingen recht geschickt zwischen dem Geäst balancieren können. Die Kakapos sind gegenüber Menschen oftmals sehr neugierig und zeigen dadurch ein sehr interessiertes Verhalten gegenüber allem Neuen. Dies ging aus Berichten von Mitarbeitern des National Kakapo Team hervor.

Den allgemein üblichen Namen „Eulenpapagei“ erhielt dieser Vogel von den Europäern aufgrund seiner runden Gesichtsform, welche von haarähnlichen gelblichgrünen Federn umgeben ist. Der Kakapo ist auf dem Rücken vornehmlich moosgrün gefärbt und die meisten Federn sind mit braunen und gelblichen Bänderungen durchzogen. Der Unterkörper ist in der Grundgefiederfärbung eher gelblich grün gefärbt und weist ebenfalls dunklere Federsäume auf. Ein farblicher Geschlechtsdimorphismus ist bei dieser Spezies nicht vorhanden; die Weibchen sind aber allgemein etwas kleiner und besitzen zudem kleinere Schnäbel. Dem Schnabel umgeben etwas längere haarähnliche Federn, die den Tieren bei ihren nächtlichen Wanderungen dazu dienen den Boden abzutasten und somit Hindernisse zu erkennen. Die Männchen wiegen mitunter bis zu 4 Kilogramm und sind somit etwa 25 Prozent schwerer als die Weibchen. Ausgewachsene männliche Tiere erreichen eine Körperlänge von bis zu 60 Zentimetern.

Der Federstruktur fehlt die Steifheit und Stärke, die für eine Flugfähigkeit der Vögel notwendig wäre. Immer wenn ich die Bälge des Kakapo im Zoologischen Museum Berlin berührte konnte ich mich selbst von diesem außerordentlich weichen Gefieder überzeugen. Auf diese artspezifische Besonderheit weist auch die wissenschaftliche Bezeichnung „habroptilus“ hin; diese Bezeichnung setzt sich aus den beiden altgriechischen Worten habro- „weich“ und ptilon „Feder“ zusammen.

Eine weitere Besonderheit in der Anatomie der Kakapos ergibt sich aus ihrer Flugunfähigkeit. Das Brustbein ist bei dieser Papageienart nicht verstärkt und bietet somit keine Möglichkeit für die Ausbildung einer hinreichenden Flugmuskulatur. Die Flügel werden lediglich zum Balancieren während des Kletterns benutzt und um den Fall abzubremsen, wenn die Kakapos von größeren Höhen springen; dies erweckt den Eindruck eines Gleitfluges. Vergleicht man die Eulenpapageien mit Laufvögeln, so ist bei ihnen die Möglichkeit zur Speicherung größerer Mengen Depotfett außergewöhnlich. Wozu diese Fettreserve dient ist bislang noch nicht hundertprozentig erforscht.

Aber auch mit dieser Besonderheit ist die Auflistung der Kuriositäten beim Kakapo noch lange nicht beendet. So haftet diesen Vögeln ein außergewöhnlich süßlicher Geruch an, der vergleichbar ist mit einer Mischung des Duftes von Honig und Blumen. Die Ursache für diese Geruchsbildung ist ebenfalls noch nicht erforscht; fest steht jedoch, dass dieser Geruch den Vögeln mit der Besiedlung Neuseelands mit feindlichen Raubsäugern zum Verhängnis wurde, indem die Kakapos aufgrund dessen verraten und so zur leichten Beute wurden.

Zur leichten Beute wurden diese Papageien auch deshalb, weil ihnen der natürliche Fluchtinstinkt gegenüber diesen Räubern fehlte und sie bei Gefahr starr am Boden sitzen blieben. Dieses Verhalten resultiert sicherlich noch daraus, dass die einzigsten natürlichen Feinde des Eulenpapageien auf Neuseeland, bis zum Erscheinen der ersten Maoris und später der ersten Europäer mit ihren faunenverfälschenden Mitbringseln, einige Greifvögel waren. Bei den erstarrenden Bewegungen verschmilzt der Kakapo aufgrund seiner guten Tarnfärbung mit der Umgebung und wurde so von den Greifvögeln kaum noch wahrgenommen; die Raubsäuger wiederum verließen sich auf ihren Geruchssinn und fanden die so regungslosen Kakapos sehr leicht auf dem Boden.

Auch die Stimme dieser Vögel ist einzigartig. Es handelt sich um eine Mischung aus einem fremdartigen Grunzen, die dem der Schweine nicht unähnlich ist, und einem heiserem Krächzen. In der Brutzeit werden diese Geräusche leiser und weniger häufig von sich gegeben. Die von den Männchen hervorgebrachten Balzrufe entstehen in zwei größeren Luftsäcken in seinen beiden Brustseiten. Die so produzierten Laute werden nach und nach tiefer und hallen in den beiden Luftsäcken der Männchen wieder. Nach etwa 20 Rufen werden die Männchen schließlich wieder leiser. Nach einer kurzen Pause beginnt das Männchen schließlich wieder von neuem mit einer Serie dieser sogenannten „Boom“-Rufe, nachdem es sich ein wenig in eine andere Richtung gedreht hat. Der Kopf wird zwischen den beiden seitlich befindlichen Luftsäcken versenkt und das Männchen wirkt dadurch noch massiger als es eh schon ist. Ein solch balzendes Männchen ist sehr gut auf einem der zu diesem Bericht veröffentlichten Fotos zu sehen. Derart ausgehende Balzrufe sind in den windstillen Nächten im Umkreis von einem Kilometer in den angrenzenden Tälern zu hören und können von einzelnen Männchen für eine Dauer von 8 Stunden pro Nacht vorgetragen werden. Derartige Balzaktivitäten können sich durch aus über 3 bis 4 Monate hinziehen und einzelne Männchen verlieren in dieser Zeit bis zur Hälfte ihres Körpergewichts.

Die Aktivitäten zur Fortpflanzungszeit spielen sich in den bereits erwähnten Balzarenen mit den jeweils separaten Balzplätzen der einzelnen Kakapo-Männchen ab. Kämpfe der Männchen untereinander um die besten Plätze innerhalb dieser Balzarena sind beim Eintreffen der männlichen Tiere normal; mitunter kommt es sogar zu Verletzungen bei den Vögeln. Vorher und danach leben die Männchen in ihren angestammten Revieren, die sich mitunter bis zu 7 Kilometer von den Balzarenen befinden. In den Arenen versammeln sich mehrere Männchen zur Fortpflanzungsperiode und konkurrieren in Form einer Balz miteinander um die Gunst der Weibchen. Die durch die Balzrufe angezogenen Weibchen kommen oft aus ihren kilometerweit entfernten Revieren, um sich zu mit einem Männchen zu paaren. Sie beobachten nach ihrer Ankunft die verschiedenen Männchen und entscheiden sich nach einiger Zeit für einen Paarungspartner; danach betreten sie deren Balzplatz. Weitere Fortpflanzungsaktivitäten kommen dem Männchen nicht zuteil, denn es kommt zu keiner weiteren Paarbildung. Der männliche Kakapo fährt allerdings auch nach einer erfolgten Paarung mit seinem Balzverhalten fort und hofft auf ein weiteres Weibchen, das sich für ihn interessiert.

Über die Kopulation der Kakapos ist wenig bekannt. GRAEME ELLIOT berichtete mir, dass die Paarungen ausschließlich in den Nachtstunden stattfinden und bislang noch nicht beobachtet worden sind. Man nimmt an, dass sie sich über einen sehr kurzen Zeitraum erstreckt. Vor dem eigentlichen Tretakt vollführen die Männchen vor dem Weibchen schwankende Bewegungen und geben mit dem Schnabel Klickgeräusche von sich. Danach dreht der männliche Kakapo dem Weibchen seinen Rücken zu und geht mit gespreizten Flügeln auf das weibliche Tier zu. GRAEME ELLIOT berichtete weiter, dass männliche Kakapos immer einen Balztanz vorführen, wenn sich „Objekte“ in sein Balzrevier begeben. Solche „Objekte“ sind in der Regel weibliche Kakapos. Aber während der Balzphase sind die Kakapo-Männchen sexuell sehr erregt und man hat in der Vergangenheit sogar beobachtet, wie die Männchen selbst mit herabfallenden Ästen und zusammengerollten Pullovern Paarungen vollziehen wollten.

Die Weibchen verlassen nach den erfolgten Paarungen wieder die Balzarenen in Richtung ihrer angestammten Territorien. GRAEME ELLIOT teilte mir mit, dass Beobachtungen einiger mit Radiosendern ausgestatteter Weibchen ergaben, dass sie wahrscheinlich nach der Kopulation mit einem bestimmten Männchen tagsüber eine Pause einnehmen und dann noch einmal oder sogar öfter zu diesem Männchen zurückkehren, um sich mit ihm zu paaren. Einige Weibchen kopulieren in einer Periode von einigen Tagen auch mit mehr als einem Männchen.

Heute weiß man auch, dass die Gelegegröße bei den Kakapos im Normalfall aus 1 bis 3 Eiern und seltener auch einmal aus 4 Eiern bestehen kann. Als Gelegeunterlage dient dem weiblichen Eulenpapageien eine Schicht aus Holzmulm, Holzstückchen und einigen Federn. Die Niststätte befindet sich auf der Erde im Schutz von Pflanzen oder auch in hohlen Baumstämmen oder unter freigelegten Baumwurzeln. Die Bebrütung und anschließende Aufzucht der Jungvögel obliegt allein dem Weibchen. Befinden sich mehr als ein Jungvogel in der Brutstätte können unter den Geschwistertieren mitunter enorme Größenunterschiede vorherrschen; so kann es vorkommen, dass ein Junges noch das Daunenkleid trägt und das ältere Jungtier bereits befiedert ist.

Während der Inkubationszeit kommt es regelmäßig vor, dass die Weibchen das Gelege verlassen, um sich auf Nahrungssuche zu begeben. Die Gefahr ist in dieser Zeit sehr groß, dass die Eier von anderen Tieren gefressen werden oder auch völlig auskühlen. Immer wieder sind während der Brutzeit auch die Wissenschaftler des Kakapo National Teams in den Brutrevieren der weiblichen Eulenpapageien unterwegs, um die Eier mit Decken vor dem Auskühlen zu bewahren.

Die Brutzeit beträgt 30 Tage. Nach dem Schlupf sind die Küken auch den vorher bereits erwähnten Gefahren ausgesetzt. Nach etwa 65 bis 88 Tagen sind die Jungvögel flügge und verlassen erstmals das Nest (GRAEME ELLIOT pers. Mtlg.); aber das Weibchen füttert den Nachwuchs manchmal noch bis zu einem Alter von 6 Monaten.

In welchem Alter die Kakapos geschlechtsreif sind ist nicht genau bekannt. Männliche Papageien dieser Art beginnen allerdings erst in einem Alter von mindestens 5 Jahren mit ihren Balzaktivitäten; die Weibchen begeben sich häufig erst im 9. Lebensjahr in die Balzarenen der Männchen.

Des Weiteren ist bekannt, dass die Eulenpapageien nicht jedes Jahr zur Fortpflanzung schreiten und sie eine der niedrigsten Reproduktionsraten unter den Vögeln besitzen. Ihre Brutaktivitäten stehen in einem engen Verhältnis zu dem Ausreifen der Früchte des Rimu-Baumes. Die Rimu-Bäume gehören zur Gattung der Scheinbuchen (Nothofagus) und durchleben alle 3 bis 5 Jahre eine Baummast. In diesen Abständen bringen diese Bäume auch reifende Früchte hervor, die von den Eulenpapageien zur Jungenaufzucht genutzt werden können. Stehen diese Früchte in den Phasen zwischen der Baummast nicht zur Verfügung, schreiten die Kakapos auch nicht zur Fortpflanzung.

Eulenpapageien ernähren sich aber nicht nur von den Früchten der Rimu-Bäume; auch von andere Pflanzen, Sämereien, Früchten und Pollen zählen zu ihrem Nahrungsspektrum. Bisweilen wird berichtet, dass sie tierische Eiweiße in Form von Insekten und auch wirbellosen Tieren zu sich nehmen.

Ihre Nahrung fanden die Eulenpapageien früher in unterschiedlichen Habitaten, wie alpine Krautzonen, Buschland an Küste und im Berggebieten. Verschiedene Waldformen und deren Waldrandzonen waren auch stets gut bevölkerte Lebensräume für die Eulenpapageien.

In der Gegenwart sind die Kakapos nur noch auf den von Raubsäugern befreiten Inseln Chalky Island und Codfish Island angesiedelt.

Der Tagesablauf eines Kakapos sieht folgendermaßen aus: Tagsüber ruhen die Papageien versteckt am Erdboden, unter Baumwurzeln oder gut getarnt in den Bäumen. Zur Nachtzeit laufen sie durch ihr Revier. Sie sind sehr laufaktiv und können auf diese Weise während einer Nacht mehrere Kilometer zurücklegen und beachtliche Höhenunterschiede überwinden. Geraten die Kakapos in eine Bedrohungslage können sie ein beachtliches Tempo entwickeln, dass sie allerdings nur über kürzere Strecken durchhalten. Die Nachtzeit dient der bereits beschriebenen Nahrungsaufnahme und in der Fortpflanzungsperiode dem ebenfalls schon erwähnten Verhaltensmustern.

Ist dieser interessante Vertreter der Ordnung Papageienvögel durch Schutzmaßnahmen in seinem derzeitigen Bestand zu erhalten oder besser noch zu stabilisieren? In dem 1989 zur Rettung der Art entwickelten Kakapo Recovery Programm waren Ende Mai 2006 genau 86 Eulenpapageien integriert (ELLIOT, pers. Mittlg.). Diese derzeit existieren 86 Exemplare sind ausnahmslos auf der Insel Codfish Island und Chalky Island umgesiedelt worden. Im Jahr 1986 gingen die Spezialisten von geschätzten 22 lebenden Kakapos aus und die Dringlichkeit den Eulenpapagei vom Aussterben zu bewahren wurde durch die neuseeländische Regierung mit einer Etaterhöhung unterstützt. In den Folgejahren entwickelte sich der Bestand schließlich langsam.

Die Einsicht etwas für das Überleben des Kakapos zu tun begann aber schon im Jahr 1891. In jenem Jahr beschloss die neuseeländische Regierung bereits die Insel Resolution Island zum Naturreservat zu erklären. Doch die eingeführten Raubsäuger waren nicht zu beherrschen und so die dort angesiedelten etwa 200 Exemplare des Eulenpapagei im Jahr 1906 schon nicht mehr existent. Umsiedlungsversuche im kleineren Stil auf andere Inseln Neuseelands misslangen in den folgenden Jahren ebenfalls immer wieder binnen kurzer Zeit.

1920 musste festgestellt werden, dass der Eulenpapagei auf der Nordinsel Neuseelands ausgestorben ist und die Bestände der Südinsel ebenfalls beängstigend abgenommen haben. Ihre Lebensräume befanden sich fast ausnahmslos im zerklüfteten und somit schwer zugänglichen Fjordland. Zwischen 1951 und 1956 wurden durch den New Zealand Wildlife Service 7 Expeditionen durchgeführt, die zur Aufgabe hatten die Bestände der Eulenpapageien im Fjordland zu erfassen. Das Ergebnis war erschreckend und so entschloss man sich zu einem Versuch die weinigen noch vorhandenen Kakapos in Menschenobhut zu vermehren. Insgesamt 6 Vögel betraf diese Maßnahme, mit der man im Jahr 1961 begann und im Jahr 1967 aufhörte, nachdem auch der letzte dieser 6 Kakapos verstorben war.

Anfang der 1970er Jahre war es noch fraglich, ob überhaupt noch lebende Eulenpapageien auf Neuseeland existieren. Gezielte Expeditionen zwischen 1974 und 1976 in bislang unzugänglichen Gebieten wurden mittels Hubschraubern durchgeführt; in diesen Gegenden wurden tatsächlich noch einige männliche Kakapos aufgefunden, man zweifelte jedoch immer mehr an die Existenz lebender Weibchen.

1977 wurde schließlich Stewart Island systematisch nach Eulenpapageien durchsucht. Unter den dort gefundenen Kakapos befanden sich 5 Weibchen. Die Hoffnung, die Art erhalten zu können, wuchs mit dieser Entdeckung. Jedoch starben in den folgenden Jahren circa 50 Prozent der geschätzten Kakapobestände auf Stewart Island durch verwilderte Katzen. Nun begann man die verbleibenden Tiere auf Little Barrier Island und später auch auf Codfish Island umzusiedeln.

Die Hoffnung, dass sich im Fjordland noch einige überlebende Kakapos zurückgezogen haben, wird mittlerweile fast gänzlich aufgegeben.

Mit der Entwicklung des Kakapo Recovery Plan im Jahr 1989 gingen gleichzeitig natürlich auch Überlegungen durch die Köpfe der beteiligten Wissenschaftler, die restlichen Bestände des Eulenpapagei stetig zu erhöhen. Die Weibchen wurden beispielsweise mit zusätzlichem Futter versorgt, um die Zeiten, in denen die Rimu-Früchte nicht ausreiften, zu überbrücken. Diese Überlegung stellte sich als erfolgreiches Unternehmen heraus, einige der beobachteten Kakapos legten Eier und im Jahr 1991 konnte ein Nachzuchterfolg von 2 Jungvögeln registriert werden. Im Folgejahr zeigte die Methode der Zufütterung auch auf Codfish Island Erfolg, allerdings mussten 3 unterernährte Jungvögel zur Handaufzucht in den Auckland Zoo gegeben werden. Hier starben 2 dieser Tiere. Nach einigen Jahren Pause konnte erst im Jahr 1997 wieder ein Zuchterfolg registriert werden. Das Ausreifen der Rimu-Früchte fand wiederum nicht statt. Mit einem Zusatzfutter wurden in diesem Jahr 3 junge Kakapos erwachsen.
In den letzten Jahren wurden die Ansiedlungsversuche auf Little Barrier Island aufgegeben und nur noch das inzwischen von Ratten befreite Codfish Island als Ansiedlungsort ausgewählt.


Jörg Asmus, Kalmar (Schweden)



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